Mitteilung 03/2026
Die Sportkommission Rollkunstlauf hat in ihrer Sitzung am 01.11.2026 in Wedemark eine Ablaufvereinbarung für Wertungsgerichte beschlossen. Sie enthält Richtwerte für Höchsteinsatzzeiten, Pausen und die Rotation der Wertungsrichter, Schiedsrichter und des weiteren technischen Wertungspersonals.
Die Ablaufvereinbarung gilt ausdrücklich als Empfehlung für alle Ausrichter von Wettkämpfen und Meisterschaften. Eine verpflichtende Einführung hätte für viele Ausrichter erhebliche finanzielle und organisatorische Folgen. Die Empfehlung gilt zunächst für eine Testphase von zwei Jahren. Danach wird die Sportkommission auf Grundlage der gesammelten Erfahrungen erneut beraten und eine neue Beschlusslage herbeiführen.
Hintergrund des Beschlusses ist die hohe zeitliche Belastung der Wertungsgerichte. Bei Meisterschaften und Wettbewerben sind die technischen Offiziellen nicht selten mehr als zehn Stunden pro Wettkampftag im Einsatz, oft mit nur kurzen Unterbrechungen. Als Bewertungssportart verlangt der Rollkunstlauf jedoch durchgehend hohe visuelle und mentale Aufmerksamkeit. Mit zunehmender Einsatzdauer lässt die Konzentration nach, das Risiko von Fehlentscheidungen steigt und der faire Wettbewerb für die Sportler kann darunter leiden.
Darüber hinaus schrecken die hohen Belastungen den Nachwuchs ab, und erfahrene Wertungsrichter empfinden ihre Tätigkeit zunehmend als belastend. Auch der Austausch abseits des Wertungsgerichts, der ein wesentlicher Bestandteil jeder Veranstaltung ist, kommt zu kurz. Schließlich tragen Verband und Ausrichter eine Fürsorgepflicht gegenüber den ehrenamtlich Tätigen, und das Ehrenamt darf die Leistungsfähigkeit im Hauptberuf nicht beeinträchtigen. Andere Fachverbände, etwa der Deutsche Turner-Bund, die Deutsche Reiterliche Vereinigung, der Deutsche Schwimm-Verband und der Deutsche Leichtathletik-Verband, haben hierfür bereits vergleichbare Regelungen getroffen.
Bei der Einteilung der technischen Offiziellen sollen die Ausrichter daher folgende Punkte berücksichtigen:
- Begrenzte Wertungszeit: Die reine Wertungs- und Entscheidungszeit beträgt je Wertungsrichter bzw. technischem Offiziellen höchstens 8 Stunden pro Tag.
- Begrenzter Einsatzzeitraum: Der Zeitraum vom ersten bis zum Ende des letzten Einsatzes eines Tages soll 10 Stunden nicht überschreiten.
- Pausen: Bei ganztägigen Veranstaltungen ist eine zusammenhängende Haupt- bzw. Mittagspause von mindestens 45 Minuten einzuräumen, in der die technischen Offiziellen vollständig von ihren Aufgaben entbunden sind. Zudem ist ausreichend Zeit für ein angemessenes Frühstück und Abendessen vorzusehen.
- Zeitplanung und Rotation: Zeit- und Ablaufpläne sind so zu gestalten, dass diese Grenzen eingehalten werden, zum Beispiel durch einen größeren Pool an Wertungsrichtern, einen Schichtbetrieb oder angepasste Teilnehmerfelder und Zeitfenster.
Kann ein Ausrichter die Einhaltung dieser Empfehlungen garantieren, so kann dies in der Wettkampfausschreibung entsprechend Erwähnung finden. So können die Wertungsrichter bereits bei ihrer Entscheidung über eine Teilnahme erkennen, welche Rahmenbedingungen sie erwarten.
Hierfür kann der folgende Formulierungsvorschlag verwendet werden:
Ablaufvereinbarung für Wertungsgerichte und technische Offizielle
Als Ausrichter verpflichten wir uns freiwillig zur Einhaltung der empfohlenen Richtlinien zur Entlastung und zum Schutz des Wertungsgerichts sowie des technischen Wertungspersonals. Wir garantieren bei diesem Wettkampf folgende Rahmenbedingungen:
- Begrenzte Wertungszeit: Die reine Einsatzzeit am Wertungsgericht beträgt für die einzelnen Wertungsrichter sowie das technische Personal maximal 8 Stunden pro Tag.
- Maximale Tagespräsenz: Der Gesamteinsatzzeitraum vom ersten bis zum letzten Einsatz überschreitet nicht 10 Stunden.
- Verbindliche Pause: Eine zusammenhängende Haupt-/Mittagspause von mindestens 45 Minuten zur vollständigen Erholung ist fest im Zeitplan verankert. Zudem ist ausreichend Zeit für ein angemessenes Frühstück und Abendessen vorgesehen.
- Planung & Rotation: Durch eine vorausschauende Ablaufplanung (und ggf. ein Rotationssystem/Schichtbetrieb) stellen wir sicher, dass Konzentrationsfähigkeit und Wertungsqualität über den gesamten Wettkampftag hinweg auf höchstem Niveau bleiben.
Wir bitten alle Ausrichter, diese Empfehlungen bereits bei der Planung ihrer Wettkämpfe und Meisterschaften zu berücksichtigen.
-
Mitteilung 03/2026 1 MB